Geräusche der Stille – Teil II

Warum wir durch Monotonie Kreativität, Energie und Stärke in unseren Alltag ziehen

In 66 Tagen zur Gewohnheit

Alles Große entsteht nur in der Stille

Laut einer Studie aus Großbritannien dauert es durchschnittlich 66 Tage, bis eine bestimmte Verhaltensweise zur Gewohnheit wird [1]. Bevor wir uns ansehen, wie uns dieses Studie dabei helfen kann, kreativer, leistungsfähiger und konzentrierter im Alltag zu sein, schauen wir uns zunächst einmal die Definition des Begriffs Gewohnheit im Duden an:

Gewohnheit: durch häufige und stete Wiederholung selbstverständlich gewordene Handlung, Haltung

Um eine neue Gewohnheit (Routine) in unser Leben zu integrieren, müssen wir die neue Handlung also “nur” ständig wiederholen, bis sie für uns selbstverständlich geworden ist. Da stellt sich die Frage: Welche Handlungen und Haltungen können wir durch häufige Wiederholung zur Gewohnheit machen, um kreativer, leistungsfähiger und konzentrierter im Alltag, auf Arbeit oder im Sport zu sein?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns zunächst mal die Welt an, in der wir leben:

Smartphones, Social Media, TV, Werbung – Den ganzen Tag können wir im Netz verbringen. Unser Kopf wird überflutet mit tausenden Informationen und somit auch mit tausenden Möglichkeiten. Wir leben in einer Multioptionsgesellschaft, die uns permanent alle Möglichkeiten bietet. Unsere Gedanken springen von einer Möglichkeit zur Nächsten, und haben keine Chance mehr zur Ruhe zu kommen. Dieses “Zur Ruhe kommen” ist aber enorm wichtig für unseren Geist. Denn wie wir wissen: In der Ruhe liegt die Kraft.

Was aber genau ist mit “Ruhe” gemeint?

Kennst du Situation in denen es ganz still wird? Beim Blick über verschneite Berge? Beim Beobachten des Meeres? Am Lagerfeuer mit Freunden? Niemand sagt etwas. Man genießt den Moment und ist ganz bei sich. In solchen Momenten kommt unser Verstand zur Ruhe. Er gönnt sich eine Pause. Was dabei im Kopf passiert, ist vergleichbar mit einem Smartphone: Der Akku wird neu aufgeladen. Auch unser Geist muss den Akku aufladen.

Aus der Stille werden die wahrhaft großen Dinge geboren.”

– Thomas Carlyle, schottischer Philosoph & Historiker

Wenn wir aus diesen “Momenten der Stille” eine Gewohnheit machen, können wir also Kraft für neue Situationen tanken. Für Situationen im Alltag, Job oder Sport, in denen wir unsere Kraft brauchen – gerade in “unruhigen Zeiten”.

Auch wenn uns das anfangs schwer fällt, können wir uns früher oder später doch auf den Wiederholungszwang von Freud verlassen [2]. Durch häufige und stetige Wiederholungen werden diese Handlungen (die Umwelt bewusst wahrnehmen) für eine selbstverständliche Gewohnheit in unserem Alltag. Der Lohn dafür: Mehr Energie und bessere Ideen für den Alltag. Wichtige Eigenschaften in schwierigen Zeiten. Ich bleibe da bei Farin Urlaub der singt: Denn was die Welt jetzt wirklich braucht, ist dich, in deinem Supermannkostüm! 😉

Also: Hakunamata!

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, mit Momenten der Ruhe.

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[1] https://www.alltagsforschung.de/reine-routine-in-66-tagen-zur-gewohnheit/

[2] https://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/plex/plex/lemmata/w-lemma/wiederho.htm

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