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Angst vor Ungewissheit

ie löse ich mich von meinen Zukunftsängsten?

Eine Geschichte über Panik, Angst und Hysterie

An einem verregneten Sonntag im August 2016 bekam ich einen Anruf, der rückblickend betrachtet mein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Der Anruf meines Kollegen löste in mir eine Panikattacke aus. Ich hatte Angst vor der Ungewissheit, Angst vor der Zukunft, Angst davor, was alles passieren könnte. Angst davor, mit den kommenden Situationen nicht zurecht zu kommen. Ich zitterte am ganzen Körper, ich hyperventilierte und fühlte mich dieser Situation hilflos ausgesetzt. Ich hatte nur einen Gedanken, der mir immer wieder kam: ICH SCHAFFE DAS NICHT. Die Diagnose kam am nächsten Tag: Burnout! Die Anweisung vom Arzt: 3 Monate Auszeit!

STAY HOME…

In der Zeit, die ich nun zuhause verbringen “musste”, beschäftigte mich eine Frage: Wie geht es weiter? Eine Frage, die sich auch 2020/2021, viele Menschen immer wieder stellen. Allen wird geraten zuhause zu bleiben, doch ist das gar nicht so ohne, wenn man von der Angst der Ungewissheit beherrscht wird. Ich nehme es vorweg: Ich war nicht in der Lage, diese Frage allein zu beantworten, da sich meine Gedanken im Kreis drehten. Schlaflose Nächte, stundenlange Grübelei und Sorgen waren die Folge. Das Problem: Meine Gedanken drehten sich um die Probleme, und waren viel zu beschäftigt, für die Suche nach der Lösung.

Das Erste, was ich nach meiner Panikattacke lernen durfte

Ich fuhr in der Folgezeit einmal pro Woche nach Leipzig zur Ergotherapie. Was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Es gibt Lösungen, um das Gedankenkarussell anzuhalten. Ich lernte 5 Dinge:

  • Um in die Vorwärtsgänge des Lebens zu kommen, muss man erstmal in den Leerlauf “schalten” (Akzeptanz) | ACHTUNG: Akzeptanz heißt nicht: Ich finde es gut, so wie es ist. Oder ich finde es schlecht. Sondern: Es ist so, wie es ist! Ein klares JA zur Situation, so wie sie ist. Wenn du gegen etwas bist, kannst du nicht handeln.
  • Die Atmung “beobachten” bringt dich in die Gegenwart. Mit dem gegenwärtigen Moment kannst du immer zurechtkommen, aber du kannst nicht mit etwas fertig werden, das nur eine Projektion deines Verstandes ist, das heißt mit der Zukunft. (In der Ruhe liegt die Kraft.)
  • Hast du akzeptiert, was ist und dich durch deine Atmung in den gegenwärtigen Moment gebracht, bist du wieder in der Lage Lösungen zu finden. Diese möglichen Lösungen musst du aufschreiben, damit du wieder “klar” siehst (Klarheit).
  • Der einzige Moment, in dem HANDELN möglich ist, ist die Gegenwart. Durch das Aufschreiben hast du dir bewusst gemacht, wie es “weiter” gehen kann. Dies war für mich damals schon eine große Erleichterung. Die bevorstehende Veränderung fällt leichter, wenn man sie Schwarz auf Weiß vor sich hat. (Bewusstes Handeln)
  • Aufschreiben des Worst- Case Szenarios & des Best- Case Szenarios (Der Verstand neigt dazu, ein negatives Bild von der Zukunft zu malen. Schreibt man dieses Worst- Case aber auf, erscheint es viel unrealistischer, das dieses Szenario tatsächlich eintritt.)

Ich bin ein alter Mann und ich habe viel Schreckliches erlebt, doch das Meiste davon ist zum Glück nie eingetreten.” – Mark Twain

Angst vor Ungewissheit

Erkenntnisse auf einer Fahrt von Leipzig nach Altenburg

Wenn ich damals mit dem Auto unterwegs war, fühlte ich mich oft sehr gestresst. Die anderen Autofahrer waren daran Schuld. Dachte ich zumindest… Lass mich an dieser Stelle mal Klartext reden: Nichts und niemand löst Stress aus. Du reagierst mit Stress auf die Situation! Es kann dich auch niemand ärgern. DU ÄRGERST DICH über etwas!

In der Ergotherapie wurde mir damals folgende Frage gestellt: “Gibt es einen Grund, schnellstmöglich nach Hause zu kommen”? Ich dachte darüber nach… “Eigentlich nicht.”, antwortete ich, “Ich habe zur Zeit keinerlei Verpflichtungen.” Die Reaktion darauf war: “Gut, dann genieße einfach nur die Fahrt. Hör dir deine Lieblingslieder an und egal was auch passiert, rege dich nicht auf.”

Zugegeben, ich wusste vor der Fahrt nicht, wie mir das helfen sollte. Aber ich tat es.

Ich fuhr mit gemütlichen 80 km/h die Bundesstraße entlang und beobachte die Autos, den blauen Himmel und die wenigen Wolken. Es war ein sonniger Tag und die Sonnenstrahlen schienen durch die bunten Blätter der Herbstlandschaft. Aus meiner “Gute-Laune-Playlist” erklang ein Lied: “Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.” Ich biss genüsslich in mein Schokoladenschweinsohr, welches ich mir vor der Fahrt beim Bäcker gekauft hatte. Mein ganzes Auto duftete nach Schokolade. Ich stellte den Sitz meines Autos noch ein wenig tiefer ein. Als ich glücklich und zufrieden nach Altenburg “schlich”, schien die Welt ganz in Ordnung zu sein. Hat sich die Welt wirklich geändert? Oder hatte sich nur meine Sicht der Dinge geändert?

Als ich wieder in meiner Wohnung ankam, kam auch der alte Gedanken wieder in mir hoch (Wie geht es weiter?). Doch plötzlich brachte  mich die Frage nicht mehr aus der Ruhe. Ich hatte 3 mögliche Entscheidungsmöglichkeiten aufgeschrieben und beschäftigte mich deshalb unterbewusst schon mit der Lösungsfindung.

Und was, wenn die Angst real ist?

Vielleicht wirst du jetzt denken: Moment, die Angst, die ich habe ist aber keine Zukunftsprojektion meines Verstandes. Die Angst die ich habe, ist real.

Ich möchte dir an dieser Stelle einen kurzen Ausschnitt aus dem Buch “JETZT! Die Kraft der Gegenwart” von Eckhart Tolle vorstellen:

Nicht weil du Angst hast, hältst du die Hand weg vom Feuer, sondern weil du weißt, dass du dich verbrennen würdest. Du brauchst keine Angst, um unnötige Gefahr zu vermeiden – nur ein Minimum an Intelligenz und gesundem Menschenverstand. Wenn es um praktische Dinge geht, ist es nützlich, alles, was du in der Vergangenheit gelernt hast anzuwenden. Wenn dich allerdings jemand mit Feuer bedroht, dann wirst du vielleicht Angst verspüren. Instinktiv schreckst du vor der Angst zurück – das ist aber nicht die psychologisch begründete Angst, von der wir hier reden. Die psychologisch begründete Angst von der wir hier reden, hat nichts mit einer konkreten und wahren augenblicklichen Gefahr zu tun. Sie hat viele verschiedene Formen: Unruhe, Sorgen, Ängstlichkeit, Nervosität, Spannung, Grauen, Phobien und so weiter. Diese Art psychologischer Angst hat immer  mit etwas zu tun, das passieren könnte, nicht mit etwas, das gerade geschieht. Du bist im Hier und Jetzt, während dein Verstand in der Zukunft ist. Dadurch entsteht eine Lücke, die sich mit Angst und Sorge füllt. Und wenn du mit deinem Verstand identifiziert bist und den Kontakt zur Schlichtheit und Kraft des Jetzt verloren hast, dann wird diese Lücke dein ständiger Begleiter.

Hier noch ein kleiner Tipp, der mir damals sehr geholfen hat:

Wie du aus dem letzten Abschnitt sicherlich gelernt hast, springt unser Verstand permanent zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her. Sobald ein negativer Gedanken in dir hoch kommt, versuche ihn mal im Kopf mit der Stimme von Homer Simpson zu sagen oder ihn auf die Melodie von “Happy Birthday to you” zu singen. Du nimmst ihm dadurch die Kraft und stellst fest: Hey, es ist nur ein Gedanke.

Du bist der Himmel, deine Gedanken sind nur Wolken. Manchmal reicht es die “Wolken zu beobachten” anstatt sie zu interpretieren. Nimm sie wahr, aber nicht zu ernst.

 

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Wer ein Warum zum leben hat, der kann fast jedes Wie ertragen.” – Friedrich Nietzsche

Das Buch “Der Weg zum Warum” ist ein Inspirationsbuch. Es beschäftigt sich mit den Fragen: “WARUM arbeiten wir eigentlich? Wie finden wir unsere Berufung? Wie hören wir auf zu arbeiten, in dem wir lieben was wir tun?

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